Der erste Platz, auf den man von Amsterdam Centraal Station über die Straße Damrak in südlicher Richtung kommt, ist auch so ziemlich der berühmteste, historisch bedeutendste Platz von Amsterdam: De Dam, an dem auch viele Veranstaltungen stattfinden.
Dam, linke Seite des Platzes:
De Bijenkorf
Linkerhand an dem rechteckigen Platz befindet sich das größte Kaufhaus der niederländischen Warenhauskette De Bijenkorf (=der Bienenkorb), das zu dieser Jahreszeit abends durch wabenförmige glitzernde Weihnachtsbeleuchtung erleuchtet ist Wie der Amsterdamer Hauptbahnhof und das Nationaal Monument ist auch dieses prachtvolle historische Gebäude in die Liste der Rijksmonumenten aufgenommen worden.
De Bijenkorf ist ganz links:

Hotel Krasnapolsky
Daneben befindet sich ein sehr altes Traditionshaus und sehr gutes Hotel: Das Fünfsterne-Hotel Krasnapolsky.

Die Krasnapolsky-Hotelgeschichte kann man in der Wikipedia nachlesen. Seit dem 19. Jahrhundert kaufte das erfolgreiche Haus diverse Gebäude und andere Hotels zu, und wurde ein Hotelkonzern, in den späten 1990er Jahren dann sogar die gesamte Golden-Tulip-Hotelkette auf. Seit 2000 ist das Hotel in ausländischer Hand: Die spanische Hotelkette NH Hoteles hat alles zusammen aufgekauft, für eine halbe Milliarde.
Nationaal Monument
Vor dem Hotel Krasnapolsky auf De Dam steht seit 1956, wie oben auf dem Foto zu sehen, das 22 Meter hohe, phallusförmige Niederländische Nationaldenkmal (Het Nationaal Monument, “Hät naschjonaal monüment”), an dem jährlich am 4. Mai ( Nationale Dodenherdenking, “naschjonaale dodenherdeking”, Nationaler Totengedenktag) der Toten durch den 2. Weltkrieg gedacht wird. Die Figur oben auf dem Obelisk verbildlicht den Frieden (De Vrede),…

unterhalb befinden sich vier Männergestalten, die den Krieg und das dadurch entstandene Leid symbolisieren. Zwei männliche Figuren rechts und links davon mit heulenden Hunden stehen für den niederländischen Widerstand.
Wie der Reiseführer meiner Mitspazierer verriet, kam es bezüglich der Restaurierung des Nationaal Monument 1998 zu einem kleinen Skandal, weil wohl ausgerechnet nur eine deutsche Firma das fachgerecht ausführen konnte. Einem Interview mit dem Deutschen Botschafter im Fernsehen vor einigen Tagen habe ich entnommen, dass Äußerungen zum Totengedenken von deutscher Seite heutzutage willkommen sind, offizielle Vertreter Deutschlands jedoch an diesem Tag noch immer nicht zu den offiziellen Gedenk-Feierlichkeiten am Nationaal Monument in Amsterdam zugelassen sind/geladen werden. Wer könnte das verdenken nach der Kriegsgeschichte hier und dem Leid, das von Deutschen verursacht wurde.
Dam, rechte Seite des Platzes:
Auf der rechten Seite sieht man das prachtvolle Warenhaus von Peek & Cloppenburg, das außerdem das Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud enthält:

Paleis op de Dam
Rechts daneben befindet sich das Koninklijke Paleis (Paleis op de Dam) des Niederländischen Königshauses. Das wurde 1648-1665 als Rathaus erbaut und erst seit 1808 als Königspalast genutzt. Das Palais ist allerdings nur eines von vielen, und wird nicht als Wohnsitz, sondern nur zu Repräsentationszwecken und als Gästehaus genutzt. Da es zur Zeit vollständig eingerüstet ist, habe ich kein Foto davon gemacht.
Nieuwe Kerk (”njuuekerk”)
Direkt neben dem Paleis op de Dam befindet sich die Nieuwe Kerk (Neue Kirche, eigentlich Onze Lieve Vrouwekerk, also Unsere liebe Frauen-Kirche), die offizielle Kirche der Königsfamilie, in der Maxima und Kronprinz Willem-Alexander der Niederlande geheiratet haben.



Bauzeit für diese Kirche war Anfang des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 16. Jahrhunderts. Wie so viele niederländische Kirchen wird auch diese eigentlich nicht mehr (nur noch für Krönungen und königliche Hochzeiten) als Kirche gebraucht. Heutzutage finden darin Ausstellungen statt. In diesem sehr fürstlichen Museumsambiente ist gerade eine Oman-Ausstellung zu sehen.
Weiter mit dem Stadtrundgang: Zwischen Paleis und Nieuwekerk durch begaben wir uns in Richtung Grachten-Ring Richtung Prinsengracht und Anne-Frank-Huis…